Ausgabe Oktober 2017

13. Kölner Musiknacht

Weniger Konzerte, mehr Kulturpolitik

Foto: Bernhard Walterscheidt

Die dreizehnte Kölner Musiknacht lebt, genau wie alle vorausgegangenen Musiknächte, von der innovativen und kreativen Kraft der Freien Musikszene der Stadt Köln. Und dennoch ist in diesem Jahr vieles anders. Mit weniger Konzerten und einer reduzierten Zahl an Spielstätten wollen die Kölner Musikerinnen und Musiker mehr Kulturpolitik in die Veranstaltung einfließen lassen.

Frei von Zwängen, Kommerz und Main-Stream sollten freie Künstler ihre kreativen Ideen entwickeln, Impulse setzen, Kultur bereichern, Welt verändern. Die Kölner Musikszene ist in diesem Bereich sehr produktiv. Durch die politische Arbeit des Initiativkreis Freie Musik, der seit 2005 auch die Kölner Musiknacht organisiert, wurde in Sachen Wertschätzung der Feien Szene eine Menge erreicht. Für mehr als knapp drei Prozent des städtischen Kulturhaushaltes hat es allerdings bislang noch nicht gereicht. Deshalb setzen die Macher des musikalischen Großereignisses in Köln in diesem Jahr ein Zeichen und bringen nur so viele Konzerte an den Start wie auch angemessen bezahlt werden können.

Dem Publikum wird die Reduzierung kaum auffallen, denn immer noch kann man an einem Abend aus 35 Veranstaltungen auswählen und hat dabei, wie immer in der Musiknacht, die Qual der Wahl. Einige Sets laufen zwei Mal, so dass die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung eine größere Chance haben, ihr Idealprogramm zusammen zu stellen. Bekannte Namen wie Scott Fields, Christoph Maria Wagner, Melvyn Poore und Dominik Susteck sind ebenso dabei wie junge Nachwuchs-Ensembles. So spielt zum Beispiel das Alinde Quartett Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Banda Scintilla präsentiert Alte Musik rund um die schöne Schäferin Amaryllis, das Köln Consort stellt Originalwerken für Gamben-Ensemble eine Komposition von John Cage gegenüber. Ein originelles Konzept kommt vom Pianisten Martin Tchiba, der Texteinträge aus seinem wöchentlichen Blog in Klänge verwandelt. Die Texte können online während des Konzerts mitgelesen werden.

In zwei „Specials“ im Oberlandesgericht und im Lutherturm (Südstadt) sind The Corridor und das 1. Deutsche Stromorchester sowie das Projektensemble 05 zu hören. Ansonsten bleibt die Musiknacht geographisch ihrer Neuerung aus den letzten Jahren treu und hat für die Konzerte Spielorte in der Innenstadt ausgesucht, die gut zu Fuß erreichbar sind.

30.9., 16.45h, diverse Locations, Eintritt frei – Spenden erwünscht, www.koelner-musiknacht.de

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