Lange Zeit wurde der Ebertplatz stiefmütterlich behandelt und sah auch so aus. Wenn man konnte, mied man ihn. Seit die Initiative „Unser Ebertplatz“ 2018 startet, hat sich viel getan. Anwohner engagieren sich, organisieren Feste und haben einen Wandel angestoßen.
In einem ehemaligen Brautmodengeschäft hat eine Filiale von Nonna Napoli eröffnet. Mit durchschlagendem Erfolg. Das moderne Ecklokal mit großer Fensterfront ist immer voll und eine Reservierung angebracht. Bekannt ist es für seine neapolitanische Pizza, die bei über 400 Grad Celsius gebacken wird. Nach unserer obligatorischen gemischten Vorspeisenplatte mit Leckereien der mediterranen Küche freuen wir uns auf die verschiedenen Pizzakreationen: Burrata e Verdure, Quattro Formaggi, Mortadella Pistacchio, Parma Deluxe und Kamehamea. Dem Pizzabä- cker kann man auf die Finger schauen, wenn man Lust hat. Unsere Wünsche sind schnell fertig und werden mit einem herrlichen Sion Kölsch an den Tisch gebracht. Die Vorfreude ist riesig und der erste Biss hält unseren Erwartungen Stand. Darauf stoßen wir an, essen in Ruhe und probieren natürlich gegenseitig. Eine mehr als ordentliche Portion, die wir mit einem Espresso krönen.
Dann geht es ein paar Schritte weiter zum Kattwinkel. Diese Eckkneipe im Schatten der Torburg ist für seine legendären Karnevalspartys bekannt. Die freundliche Atmosphäre macht es einem leicht, auch mal alleine reinzukommen, sich an die Theke zu setzen und den Moment zu genießen. Die bunt gemischten Gäste lieben es hier, kommen auf ein schnelles Feierabendbier oder um mit Freunden einen herrlich gemütlichen Abend zu verbringen. Manchmal reicht es auch, Lothar beim Zapfen eines perfekten Gilden Kölschs zuzuschauen. Fast meditativ. Für uns geht es zum nächsten Stopp und wir machen wir uns langsam auf.
Cafe Extrablatt. Es liegt ebenfalls an einer Ecke, hat einen groß- zügigen Außenbereich und ist dank der vielen Fenster ganzjährig lichtdurchflutet. Die Karte, die im Zeitungsformat gehalten ist, lässt keine Wünsche offen. Von der Currywurst über Backed Potatoes bis zu Wraps und Bowls wird alles in den unterschiedlichsten Variationen angeboten. Wir beschränken uns heute auf ein Peters Kölsch vom Fass, stoßen an, nehmen den ersten Schluck und seufzen entzückt.
Scheinbar ist heute der Tag der Ecklokale, denn auch das Sadie‘s liegt an einer. Martin führt dieses Kleinod mit seiner Freundin und hat viel Liebe in die Einrichtung gesteckt. So hat er nicht nur einige Holzarbeiten selber gemacht, sondern auch die Decke mit einem leicht psychodelischen Muster versehen und an einer Wand ein Kunstwerk aus hunderten Kronkorken gestaltet. Wir stellen uns an die Theke, bestaunen seine Werke und lassen uns ein Peters Kölsch schmecken. Dann müssen wir los.
Die Pigeon Post ruft. Von dieser Hotelbar im ersten Stock des Hilton haben wir schon viel gehört. Und es wurde nicht übertrieben. Uns bleibt fast der Mund offenstehen. Hier wurde alles mit echter Liebe zum Detail gestaltet. Tauben, Briefe und Schreibmaschinen an jeder Ecke. Extrem kreativ und einladend! Bis spät in die 90er Jahre war hier das Postcheckamt beheimatet und dieses Thema wird in der Bar bis zum I-Tüpfelchen aufgegriffen. Wir setzen uns, studieren die im Stil der 20er Jahre gestaltete Karte und entscheiden uns neben einem Sion Kölsch auch noch für einen Nachtisch. Hausgemachter Apfelkuchen und weiße Creme Brûlée sind einfach zu verlockend. Ansonsten ist die Küche mediterran ausgerichtet und bekommt hier und da ein paar kölschenAkzente. In dieser Bar sollte man unbedingt gewesen sein!
Adressen:
Nonna Napoli Ebertplatz 4 50668 Köln (0221) 98 047 816 www.nonna-napoli.de
Kattwinkel Greesbergstraße 2 50668 Köln (0221) 132 220 www.kattwinkel-cologne.de
Café Extrablatt Lübecker Straße 1 50668 Köln (0221) 17 939 271 www.cafe-extrablatt.de
Sadie‘s Irish Pub Gereonswall 45 50670 Köln www.sadiescologne.de
Pigeon Post im Hilton Marzellenstraße 13 – 17 50668 Köln (0221) 13071-2100 www.hilton.com


