Hallo, kleiner Großer! Am 28. August ist im Südamerika-Bereich des Kölner Zoos ein Großer Ameisenbär zur Welt gekommen. Mutter ist die sechsjährige „Ibera“. Das Geschlecht ist noch nicht bestimmt, um die anfangs sensible Mutter-Kind-Bindung nicht zu stören. Daher hat der Zoo auch noch keinen Namen vergeben. Dieser soll zu einem späteren Zeitpunkt bei einem Online-Voting auf den Social Media-Kanälen des Kölner Zoos vergeben werden.
Bei dem Nachwuchs handelt es sich um „Iberas“ zweites Jungtier. Der Vater heißt „Yavi“. Er ist 14 Jahre alt und lebt derzeit von Mutter und Jungtier getrennt, denn männliche Ameisenbären sind neugierig und können ihrem Nachwuchs gefährlich werden. Es ist das insgesamt vierte Ameisenbär-Jungtier, das im Kölner Zoo jemals geboren wurde.
Die Tragzeit liegt bei Großen Ameisenbären durchschnittlich bei 180 Tagen. Das Geburtsgewicht beträgt zumeist rund 1.400 Gramm. Zunächst schlafen Mutter und Jungtier viel und benötigen Ruhe. Das Kleine trinkt seine Milch an den achselständigen Zitzen. Sobald sich die Mutter erhebt, nimmt das Jungtier seine Position am unteren Rücken vor dem Schwanzansatz ein und klammert sich mit seinen starken Armen und Krallen fest.
Ameisenbären beginnen in der Regel mit ca. sechs Wochen, selbstständig zu laufen. Ab der 12. bis 16. Woche nehmen sie erstmals feste Kost auf. Sie sind mit einem Jahr fast ausgewachsen und mit ca. 1,5 Jahren geschlechtsreif.
Mutter „Ibera“ kam im November 2020 im Alter von knapp einem Jahr in den Kölner Zoo. 2022 brachte sie hier ihr erstes Jungtier zur Welt. „Ebeni“, ein Weibchen, lebt nun auf Empfehlung des Zuchtbuchleiters im Zoo von Kaunas, Litauen. Dort soll sie selbst einmal für Nachwuchs sorgen. Vater „Yavi“ ist schon vierfacher Vater – einer seiner Söhne hat in bereits zum Großvater gemacht.
Der Kölner Zoo ist sehr froh, mit dem aktuellen Jungtier an frühere Zuchterfolge anknüpfen zu können. Denn Große Ameisenbären gehören zu den bedrohten Arten. Auf der Roten Liste der IUCN werden sie in ihrem südamerikanischen Verbreitungsgebiet als „gefährdet“ eingestuft. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Großen Ameisenbären wird vom Zoo Dortmund koordiniert.