So langsam werden die Urlaubskoffer ausgepackt, die Schulranzen werden wieder eingepackt, die lauen Sommertage werden zu schönen Erinnerungen, und der Alltag wird Realität.
Ich melde mich zurück, nach einigen wirklich schönen Sommerferienwochen, in denen ich alles etwas ruhiger habe angehen lassen. Frische Brisen und kühle Ostseeluft durfte genauso wenig fehlen, wie die berühmte frische Landluft, die ich gerade noch am Starnberger See in den letzten Zügen genieße. Glücklicherweise ergab es sich, dass ich den Trip in den Süden der Republik mit meinem Konzert in München verbinden konnte.
Und jetzt sitze ich hier, trinke ein eiskaltes alkoholfreies Weißbier, schaue über den See und sehe bei bestem Wetter den Alpenrand. Ich atme tief ein und merke, wie gut es tut, wenn man den Moment einfach mal einen Moment sein lässt. Frei von allem und jedem, einfach der See, die Luft, die Sonne und ich.
Foto: Björn Heuser
Das ist gar nicht so einfach. Mir persönlich fällt es zumindest nicht allzu leicht. Viel zu schnell bin ich abgelenkt durch irgendetwas, schaue aufs Handy, schreibe mir To do’s auf, damit ich sie nicht vergesse, oder denke über irgendwelche Baustellen nach, die mir auf dem Herzen liegen. Den Mini-Slot zwischen den Gedanken mit achtsamer Leere zu finden, ist wahrlich eine Herausforderung. Probiers mal aus!
Mein bester Freund hat immer behauptet, dass man nicht „nicht denken“ kann. Ich war hingegen schon als Jugendlicher vom Gegenteil überzeugt. Die Diskussionen über dieses Thema sind inzwischen gut zwanzig bis dreißig Jahre her. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Themen wie „Achtsamkeit“ oder „Selbstfürsorge“ zu der Zeit überhaupt nicht auf der Tagesordnung standen. Im letzten Jahr ist mein bester Freund leider gestorben und wir hatte nicht mehr die Gelegenheit, weiter übers „nicht denken“ zu philosophieren. Aber ich bin immer noch der festen Überzeugung: Es geht! Und es fühlt sich verdammt gut an, wenn es mal klappt. Vor allem in Zeiten wie diesen – so ist es zumindest bei mir – wenn die Seele besonders gefordert ist, weil auf der Welt so viel schräg läuft.
Ich nehme mir jedenfalls mal wieder vor, die Denkauszeiten öfter in meinem Alltag einzubauen. Andere Leute meditieren oder machen mentale Übungen, ich denke einfach nichts.
Mit dem Konzert in München beginnt für mich eine unfassbar intensive zweite Jahreshälfte mit vielen spannenden Terminen und Aktionen. Nach der Show in Bayern geht’s für ne gute Rutsche an Auftritten wieder ins Rheinland, außerdem stehen noch die großen „Jeck im Sunnesching“-Festivals in Bonn und Aachen an. Dann geht’s gleich zweimal nach Mallorca, wo ich wieder bei der kölschen Woche in Arenal auf der Bühne stehen werde, und von wo aus der „Jeckliner“ – ein riesiges Schiff der „MeinSchiff“-Flotte – in See sticht. Das ist meine Kreuzfahrtschiffpremiere, ich bin sehr gespannt, wie das alles wird. Und danach beginnen unmittelbar die Proben für die diesjährige „Kölle singt“-Show in der Arena, die am 5. Oktober stattfindet. Das absolute Jahreshighlight!
Langweilig wird es auch danach nicht, denn schon drei Tage später geht die Tournee wieder los – zunächst mit den BigHits, dann im Rahmen der Sessionseröffnung und schließlich mit den Weihnachtsshows, die so umfangreich sind, wie selten zuvor.
Klingt stressig, ist es auch. Aber wenn man liebt, was man als seinen „Beruf“ bezeichnen darf, und wenn es genügend Gelegenheiten zum „nicht denken“ gibt, ist es eine wahre Wonne. Ich freue mich jedenfalls sehr auf alles, was da kommt!
So, und jetzt: Kopf aus – kommt gut in die schöne Spätsommerzeit!
Üre Björn