Ok, dass es so kommen würde, war abzusehen. Aber dass es so schnell passiert, ist doch immer wieder verwunderlich: Weihnachten steht nicht nur schon vor der Türe, sondern ist heute in einer Woche schon fast wieder vorbei!
Damit will ich nicht stressen, falls ihr noch nicht alle Geschenke beisammenhabt. Im Gegenteil: Ich will euch ermutigen mal auszuprobieren, wie entspannend es sein kann, wenn man sich mal zwei Stunden aus dem Alltag rausnimmt, das ganze Chaos da draußen ausblendet, und es sich mit seiner Lieblingsmusik, einem schönen Buch oder einfach einer schönen Aussicht gemütlich macht. Quasi ein Kurztrip für die Seele.
Genau das ist im Grunde mein Beruf. Klingt komisch, ist aber so. Ich habe seit der letzten Kolumne zehn wunderschöne Weihnachtskonzertabende erleben dürfen in sehr schicken Locations im Rheinland. Mit dem Gitarristen Dennis Kleimann an meiner Seite, war es jedes Mal eine Wonne die Bühne zu teilen, überhaupt haben wir uns mit unserem neuen Weihnachtsbühnenbild fast selbst übertroffen und auch inhaltlich empfand ich das Programm als eines der schönsten und rundesten bisher. Das Beste aber ist, dass wir es glaube ich jeden Abend geschafft haben, das Publikum genau auf diesen Kurztrip für die Seele mitzunehmen. Es wurde gelacht, es wurde geweint, gesungen, gefeiert und sich melancholisch an die eigene Kindheit zur Weihnachtszeit erinnert. Es war eine kleine Reise durch die verschiedenen Gefühlswelten, aber stets mit der Botschaft, dass am Ende alles gut wird, falls es das nicht schon längst ist. Denn das läuft häufig Gefahr, gar nicht mehr erkannt zu werden, in der Hast des Alltages.
Foto: Dirk Loerper
Diese emotionalen Achterbahnfahrten im positiven Sinne passieren übrigens nicht nur im Publikum. Auch auf der Bühne fühle ich die Songs jedes Mal neu intensiv. Und ja, auch beim zehnten Mal noch. Denn wie man es oft von Songschreibenden hört, kann auch ich aus tiefer Überzeugung sagen: Meine Lieder sind wie meine Babies! Ich liebe sie, sie sind ein Teil von mir, und sie sprechen aus meinem Herzen und meiner Seele. Umso schöner, wenn mir Menschen nach dem Konzert erzählen, dass ich sie ebenso im Herzen und der Seele erreicht habe. Ein größeres Kompliment gibt es für meine Arbeit nicht.
Und so sitze ich fast schon ein bisschen bedröppelt am Schreibtisch, weil die Tour leider schon wieder zu Ende ist. Das Bühnenbild wird wieder eingelagert, die restlichen Weihnachtstexthefte archiviert, das Outfit der Tournee kommt in den Schrank. Aber nur bis November, dann geht’s ja schon fast wieder los. Gut zu wissen, dass die ersten „Janz besinnlich“-Tourtermine für 2026 längst stehen und der Vorverkauf sogar schon gut anläuft. Ich freu mich jetzt schon drauf.
Aber einen triftigen Grund für den Tourabschlussblues gibt es wahrlich nicht. Schließlich steht im nächsten Jahr mein 30jähriges Jubiläum auf der Bühne und als Liedermacher an, und spätestens bei der dazugehörigen, sehr ausführlichen Tournee ab März erlebe ich wieder täglich, warum ich das so liebe, was ich machen darf.
Und somit freue ich mich auf meinen persönlichen Jahresendspurt, der mit täglichen Shows bis Heiligabend die Zielgerade zum Vergnügen werden lässt. Es sind zwar nicht mehr die feierlichen, schön geschmückten und ruhigen Liederabende in Theatern und Stadthallen, wie bisher, dafür aber immerhin zweimal das RheinenergieStadion, zweimal mein Lieblingsbrauhaus und Freitagswohnzimmer und die Veedelskneipe neben meinem Büro. Is dat dann nix? Ich freu mich sehr!
Danke für eure Treue, fürs Lesen meiner Kolumne und gewiss bis nächstes Jahr! Da lassen wir es richtig krachen!
Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit, ein frohes Fest, ne joode Rötsch und bleibt gesund. Das ist das Wichtigste.
Hohoho,
üre Björn