Über eine Million EinwohnerInnen, neun Stadtbezirke, 86 Veedel, ein Dom – das sind einige Eckdaten der am Rhein gelegenen, viertgrößten Stadt Deutschlands. Köln hat eine äußerst bewegende Geschichte, die bereits zu Zeiten der Römer ihren Anfang nahm.
Die Stadt besticht durch ihre zahlreichen bedeutenden Bauten und Denkmäler, ein vielfältiges kulturelles Angebot sowie den Karneval. Das Erzbistum Köln, welches ihren Sitz im „hillije Kölle“ hat, ist die größte römisch-katholische Diözese in der Bundesrepublik. Zudem ist die Rheinmetropole bedeutender Wirtschaftsstandort: Internationale Unternehmen wie Ford oder LANXESS lassen hier produzieren bzw. haben hier ihre Zentrale. Als Medienstadt beherbergt Köln diverse Fernseh- und Rundfunkanstalten wie den WDR sowie zahlreiche Verlagshäuser, Musik- und Filmstudios. Köln ist aber auch Universitätsstadt sowie renommierter Messestandort, der insbesondere mit der gamescom oder der internationalen Süßwarenmesse jährlich BesucherInnen aus der ganzen Welt anzieht. All diese Aspekte machen die Domstadt aus und sind, zumindest auf den ersten Blick, zentrale Bestandteile dieser bunten Metropole. Sie sind das, was gemeinhin als Aushängeschilder bezeichnet werden würde, das, womit sich eine Stadt schmückt. Doch wer schmückt hier eigentlich? Welche Strukturen innerhalb Kölns geben den Rahmen vor, in dem Kultur, Wirtschaft und ein soziales Miteinander wachsen können? Kurzum: Wie funktioniert Köln? Wir werden im Folgenden ein wenig hinter die Kulissen schauen und zeigen, welche Zahnräder ineinandergreifen müssen, um unser Köln zu einer lebenswerten sowie in allen Belangen funktionierenden Stadt zu machen.
Von den KölnerInnen gewählt
Selbstverständlich wenig hintergründig aber zunächst definitiv zu nennen ist das Amt des Oberbürgermeisters bzw. der Oberbürgermeisterin (so auch im Folgenden bezeichnet). Seit 2015 hat die parteilose Henriette Reker dieses Amt inne. In der Geschichte der Stadt Köln ist sie im Übrigen die erste Frau, die als Oberbürgermeisterin die Geschicke der viertgrößten Stadt Deutschlands lenkt. Sie leitet die Stadtverwaltung, steht dem Rat vor und repräsentiert die Stadt nach außen. Ferner hat sie den Vorsitz im Kölner Stadtrat, deren Sitzungen sie außerdem sowohl einberuft als auch leitet und deren Tagesordnung sie festlegt. Ihr kommt somit ebenfalls die Aufgabe zu, die Ratsbeschlüsse für das Kölner Stadtgebiet umzusetzen. Gleichzeitig ist Henriette Reker als Oberbürgermeisterin auch Hauptverwaltungsbeamtin und bildet gemeinsam mit den Beigeordneten den Verwaltungsvorstand, der unter anderem bedeutsame Vorhaben innerhalb Kölns plant. Die Oberbürgermeisterin wird für fünf Jahre nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl von den BürgerInnen gewählt.
Die Kölner Dezernate Die Strukturen die es braucht, eine Metropole wie Köln zu organisieren sowie die Anforderungen, die an die Stadtverwaltung gestellt werden, sind mannigfaltig. Daher arbeiten insgesamt neun Dezernate mit unterschiedlichen Schwerpunkten daran, die Bedürfnisse der KölnerInnen zu bedienen.
Dezernat I: Allgemeine Verwaltung und Ordnung
Die Institutionen, die im Alltag der meisten KölnerInnen sicherlich von maßgeblicher Bedeutung sind, sind die Bürgerämter. Sie fallen in das Ressort der derzeitigen Stadtdirektorin Andrea Blome und sind Dreh- und Angelpunkt für die Bearbeitung der verschiedensten Anliegen der EinwohnerInnen Kölns. Egal ob man einen neuen Personalausweis braucht, der Reisepass abgelaufen ist, man sich ummelden oder beispielsweise einen Wohnberechtigungsschein beantragen möchte: Für KölnerInnen oder die, die es werden wollen, führt kein Weg an den insgesamt neun Bürgerämtern vorbei. Auch das Amt für öffentliche Ordnung sowie das Ausländeramt fallen in das Dezernat I.
Dezernat II: Finanzen und Recht
Dem Dezernat II, zu dem auch die Stadtkämmerei gehört, kommt eine besonders wichtige Aufgabe bei der Organisation der Stadt zu. In Person von Prof. Dr. Dörte Diemert zeichnet sie als Stadtkämmerin seit 2018 verantwortlich für die zentrale Finanzsteuerung und den Haushalt Kölns. Wenn in Köln also Geld in die Hand genommen werden soll, landen die entsprechenden Anträge früher oder später auf ihrem Tisch. Ebenfalls eine zentrale Institution in Dezernat II ist das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern. Diskriminierung ist weiterhin ein ernst zu nehmendes Problem. Aus diesem Grund können Betroffene hier Hilfe erhalten, wenn sie etwa unter physischer oder psychischer Gewalt leiden, am Arbeitsplatz benachteiligt werden oder Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Rechte benötigen. Seit Anfang 2019 leitet Bettina Mötting das Amt in Köln und engagiert sich als Gleichstellungsbeauftragte z.B. für mehr Frauen in der Politik sowie für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.
Stadt Köln
Gleichstellungsbeauftrage Bettina Mötting
Dezernat III: Mobilität
Mobilität ist nicht erst seit gestern ein heißes Eisen – insbesondere bei den BürgerInnen Kölns. Themen wie Klimaschutz und damit verbundener Radwegausbau, unkomplizierte Inanspruchnahme verschiedener Mobilitätsformen durch die BürgerInnen sowie intelligente und effiziente Verkehrsplanung und Straßenplanung im Stadtgebiet sind hier zentrale Bestandteile des Aufgabenspektrums. Aber nicht nur der Ausbau dieser Infrastruktur, sondern auch ihre Erhaltung fällt in den Aufgabenbereich des Dezernats III.
pexels/Mohammad Al Fattah
Mobilität in Köln
Dezernat IV: Bildung, Jugend und Sport
Sicherlich eine der bedeutendsten Säulen in Kölns Dezernatslandschaft: das Dezernat mit den Schwerpunkten Bildung, Jugend und Sport des Beigeordneten Robert Voigtsberger. Hier werden in Köln die Weichen gestellt für Bildungsgerechtigkeit in allen Altersklassen, für die Stärkung von Familien und für gesellschaftliche Teilhabe. Zum einen ist hier das Amt für Weiterbildung bzw. die Volkshochschule zu nennen. Das VHS-Angebot reicht von Gesundheitsbildung über Kreativität, Sprachen und EDV bis hin zu gesellschaftspolitischer Bildung. Der Anspruch liegt darin, persönliche und berufliche Weiterbildung sowie gesellschaftliche Integration zu ermöglichen – eine Erfolgsgeschichte und das schon seit über 100 Jahren. Desweiteren finden die Jüngsten der Gesellschaft im Dezernat IV ihre FürsprecherInnen im Amt für Kinder, Jugend und Familie. In den Bezirksjugendämtern kümmern sich die MitarbeiterInnen um Kinder- und Jugendhilfen, Ausbildungsförderung, Adoptionsvermittlung, Jugendschutz, Integrationshilfen für ausländische Jugendliche und vieles mehr. Die Wahrung des Kindeswohls steht hier stets an erster Stelle.
Das Sportamt der Stadt Köln bringt BürgerInnen auf Trab: Es ist Träger der öffentlichen Sportverwaltung auf kommunaler Ebene und vor allem der Sportförderung verschrieben. Das Sportamt schafft die erforderlichen Rahmenbedingungen und Zugangsmöglichkeiten für den Sport und versteht sich als Ansprechpartner in allen Fragen des Kölner Sports für alle BürgerInnen, Sportvereine und Verbände. Ziel des Sportamtes ist dabei immer die Sicherstellung und Optimierung eines bedarfs- und flächendeckenden Sportangebotes für die gesamte Kölner Bevölkerung. Darüber hinaus kommt dem Sportamt die Aufgabe zu, für den Neu- und Ausbau von Sportanlagen, die Bauplanung sowie die Vorbereitung und auch die Abwicklung von Bauprojekten zu sorgen. Und nicht zuletzt fällt ihr auch die Koordination, Organisation und die Betreuung von Sportgroßveranstaltungen, wie dem jährlich in Köln stattfindenden DFB-Pokalfinale der Frauen oder dem VELUX EHF FINAL4, zu.
Peter Eilers
Dezernent für Bildung, Jugend und Sport: Robert Voigtsberger
Dezernat V: Soziales, Gesundheit und Wohnen
Gerade während der Corona-Pandemie stand und steht das dem Dezernat V unterstellte Gesundheitsamt im Fokus der Öffentlichkeit. Wenn es sich nicht gerade der Kontaktnachverfolgung widmet, bietet das Gesundheitsamt außerdem Beratung an zu Themen wie sexuelle Gesundheit, Suchtprävention und auch Unterstützung für Schwangere sowie für Mütter und Väter mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr.
Dezernat VI: Planen und Bauen
Wer unser Magazin schon seit Längerem verfolgt, dem dürften im Stadtleben die „Denkmäler des Monats“ aufgefallen sein, die wir gemeinsam mit der Stadt Köln monatlich vorstellen. Der Erhalt und die Pflege eben dieser Denkmäler im Kölner Stadtgebiet sind neben deren Erforschung die Aufgaben des Stadtkonservators Thomas Werner bzw. des Amts für Denkmalschutz und Denkmalpflege.
Dezernat VII: Kunst und Kultur
Kunst und Kultur sind zweifellos Disziplinen, die während der Corona-Krise mit am meisten gelitten haben. Umso erfreulicher ist es, dass mit Stefan Charles nun ein neuer Kulturdezernent gefunden wurde, der sich diesem durch Corona unglücklicherweise schwer gebeutelten Metier annehmen wird. Im Kulturamt kümmern sich die MitarbeiterInnen um die Förderung der nicht institutionalisierten Kulturträger sowie der Initiierung innovativer künstlerischer Ansätze. Wichtige Aufgabe des Kulturamts ist zudem die Schaffung und Vermittlung von Produktions- und Präsentationsstätten für Kunstschaffende. Wenn in Köln über Kunst und Kultur gesprochen wird, kommen natürlich schnell die Bühnen der Stadt Köln, sprich Oper, Schauspiel und Hänneschen Theater, in den Sinn. Aber auch die Kölner Museumslandschaft braucht sich in seiner Vielfalt nicht zu verstecken. An deren Erweiterung wird zumal mit dem Museumsneubau des „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ gearbeitet. Unter den Fittichen des Dezernats VII befindet sich auch der Museumsdienst, der die BesucherInnen der Kölner Museen seit über 50 Jahren begleitet. Zum Angebot gehören zielgruppenspezifische Programme in den Museen, digitale Angebote sowie Projekte außerhalb der Museen im Stadtraum.
Privat/Stadt Köln
Kulturdezernent der Stadt Köln
Der neue Kulturdezernent Stefan Charles
Dezernat VIII: Umwelt, Klima und Liegenschaften
Wie bereits zuvor angesprochen, sind die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz gerade für eine Metropole wie Köln von immenser Bedeutung. Gerade hier ist das Dezernat VIII mit dem Umwelt und Verbraucheramt, dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen besonders gefragt. Landschafts-, Baum- und Artenschutz sowie Boden- und Grundwasserschutz gehören genauso zu den Aufgaben, wie die Begrünung von Dächern um das Aufheizen des Stadtgebiets in den Sommermonaten abzumildern. Dazu wurde extra das Projekt „Grün hoch 3“ ins Leben gerufen, um HauseigentümerInnen, Unternehmen und gemeinnützigen Vereinen finanzielle Anreize zu bieten, ihre Flächen zu begrünen und diese so stadtklimatisch aufzuwerten. Auch im Kölner Marktwesen wird der Notwendigkeit des Umweltschutzes Rechnung getragen. Köln beherbergt eine äußerst vielfältige Marktlandschaft mit rund 66 Wochenmärkten an 39 Standorten. An sechs Tagen in der Woche können BesucherInnen dort frisches Obst, knackiges Gemüse, Fleisch, Fisch, Blumen und vieles mehr aus der Region finden. Durch den Wegfall langer Lieferketten, können die KundInnen so ganz alltäglich ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ähnliches gilt für die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB). Durch ihre wichtige Arbeit wird täglich anfallender Müll jeglicher Art einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Nur so besteht überhaupt die Chance, dass Teile des Mülls im Recycling-Prozess landen.
AWB Köln
Unabdingbar in Köln: Die Abfallwirtschaftsbetriebe
Dezernat IX: Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales
Im letzten der insgesamt neun Dezernate liegt unter anderem das Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Einigen dürfte vermutlich bereits der Begriff „Kreuzfeld“ begegnet sein. Hoch im Kölner Norden laufen bereits seit einiger Zeit die Planungen für ein völlig neues Veedel. Im neuen Stadtteil „Köln-Kreuzfeld“ im Stadtbezirk Chorweiler sollen auf einer Fläche von circa 80 Hektar mindestens 3.000 Wohneinheiten sowie zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen. Planungen hierfür finden einerseits innerhalb des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik und andererseits mit einer umfassenden Beteiligung der Kölner BürgerInnen statt.
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