Und dann ist da dieser Moment, wo du von einem Tourkonzert nachts nach Hause kommst, im Augenwinkel deinen Namen auf dem Expresskasten siehst, und den Fahrer bittest, nochmal zurückzufahren. Um genauer hinzuschauen. Was steht da?
Heuser singt mit seinem Sohn
Gepaart mit einem süßen Bild meines Sohnes und mir, live im Gloria in Köln, wo wir unseren ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt im Rahmen meiner Albumpräsentation regelrecht zelebrierten.
Foto: Dirk Loerper
Ein Moment fürs Leben. Es ist nicht nur, dass der Kleine ziemlich genau so aussieht wie ich. Es ist vor allem das Funkeln in den Augen, wenn er auf die Bühne kommt, das Publikum sieht, und völlig souverän abliefert, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht, als vor einem ausverkauften Theater zu stehen. Es ist die Liebe zur Musik, die Liebe, Kunst auf die Bühne und in die Herzen der Menschen zu bringen.
Für mich war es auf ganz besondere Art und Weise magisch. Denn obwohl echt viele Leute da waren, waren wir uns auf der Bühne so unfassbar nah. Es fühlte sich genauso warm und schön an, als wenn wir auf der Couch gekuschelt und rumgealbert hätten. Da lag ein Zauber in der Luft, den ich so noch nicht kannte. Es tat sehr gut, diesen Moment mit meinem Sprössling so erleben zu dürfen. Das bleibt. Für immer.
Gut, als Neunjähriger sollte man vielleicht auch so Nebensächlichkeiten wie Schule, Sport, Gitarrenunterricht und Freunde treffen nicht außer Acht lassen. Aber ich weiß noch genau, wie ich mich fühlte, als ich zum ersten Mal Bühnenluft schnupperte. Und ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich mich selbst als Kind sehe, wenn ich ihn beobachte. Verrückt!
Aber genauso singe ich es ja auch in unserem ersten gemeinsamen Duett „Jeneratione“: „Wenn ich dich sinn, sinn ich mich.“
So viel Rührung, Liebe, Freude und Glück lag in der Luft, als wir den Song sangen. Schon letztes Jahr im Studio bei den Aufnahmen blieben nur wenige Augen trocken. Letzten Sonntag im Gloria meine ich auch, das ein oder andere Taschentuch gesehen zu haben. Zum Glück war nach dem Lied Pause.
Ich bin ja schon lange davon überzeugt, dass wir in ein paar Jahren den Namen „Benjamin Heuser“ im kreativen Kontext häufiger sehen und hören werden. In welcher Form auch immer. Musiker? Schauspieler? Autor? YouTuber? Influencer? Weiß der Geier, was es alles für Möglichkeiten gibt. Eins ist sicher: Der Papa wird immer stolz sagen können, dass „wir den ersten Auftritt aber zusammen gemacht haben“.
Und so kündigt sich ja vielleicht schon ganz langsam aber sicher die nächste „Jeneration“ an. Keiner weiß, was kommt. Aber diesen Augenblick trage ich tief im Herzen, bis ich meine Augen irgendwann für immer schließe. Danke, Benni!
Bis nächsten Monat – dann ist vielleicht schon Frühling. Was freu ich mich!
Üre Björn